Warum die Preisfrage berechtigt ist
In meinen Sitzungen fällt die Frage nach den Kosten meist früh, oft schon im ersten Telefonat. Das ist vernünftig, denn ein Training zu Begrüßung, Gesprächseinstieg und Umgangsformen ist keine Anschaffung, die man nach dem Auspacken prüfen kann. Sie investieren Zeit und Geld in etwas, das sich erst in Situationen zeigt: beim Empfang eines Kunden, bei einem Abendessen mit Geschäftspartnern oder beim ersten Gespräch mit der neuen Führungsebene.
Deshalb halte ich es für wichtig, den Preis offen einzuordnen. Ein Etikette-Training ist kein Pauschalprodukt. Zwei Angebote mit ähnlichem Titel können sich in Dauer, Gruppengröße und Rückmeldung stark unterscheiden. Wer nur die Zahl vergleicht, vergleicht oft Verschiedenes. In diesem Beitrag zeige ich, welche Bestandteile den Preis tatsächlich bestimmen, damit Sie ein Angebot nüchtern lesen und beurteilen können.
Dauer und Zahl der Sitzungen
Der erste und deutlichste Faktor ist die Zeit, die für Sie eingeplant wird. Eine einzelne Sitzung reicht, um Begrüßung und Vorstellung zu sortieren. Wer jedoch Gesprächseinstieg, Smalltalk, Tischmanieren und den Umgang mit schwierigen Situationen üben möchte, braucht mehrere Termine mit Abstand dazwischen. Gerade der Abstand ist wertvoll: Sie probieren das Gelernte im Alltag aus und bringen Fragen zur nächsten Sitzung mit.
Je mehr Sitzungen, desto höher der Gesamtpreis, das ist selbstverständlich. Entscheidender ist aber, ob die Zeit gut gefüllt ist. Eine Stunde, in der überwiegend erklärt wird, wirkt anders als eine Stunde, in der Sie begrüßen, vorstellen, unterbrechen und neu ansetzen. Fragen Sie deshalb nicht nur nach der Stundenzahl, sondern danach, wie viel davon aus eigenem Üben besteht.
- Einzelne Sitzung: gut für einen klar umrissenen Anlass
- Mehrere Termine: Zeit zum Ausprobieren im Berufsalltag
- Übungsanteil wichtiger als reine Stundenzahl
Gruppe oder Einzelbetreuung
Der zweite Faktor ist die Frage, mit wem Sie lernen. In einer kleinen Gruppe teilen sich die Teilnehmenden die Kosten der Dozentin, und Sie profitieren davon, andere beim Üben zu beobachten. Viele merken erst am Beispiel anderer, wie ein Händedruck zu lang oder eine Vorstellung zu hastig wirkt. Das Feedback der Gruppe ergänzt meines, und die Übungen bleiben lebendig.
Eine Einzelbetreuung kostet pro Person mehr, weil meine Zeit nur Ihnen gehört. Dafür richte ich die Inhalte ganz auf Ihre Situation aus: den bevorstehenden Termin, die Branche, die Gewohnheiten, die Sie ändern möchten. Für manche ist das die bessere Wahl, etwa vor einer neuen Position. Für andere genügt die Gruppe völlig. Welche Form passt, hängt weniger vom Budget ab als davon, wie gern Sie vor anderen üben.
Persönliches Feedback und Videoanalyse
Der dritte Preistreiber ist die Rückmeldung. Etikette lässt sich schwer aus Büchern lernen, weil man sich selbst kaum so sieht, wie andere einen erleben. Ein Training, in dem jede Übung kommentiert wird, verlangt von der Dozentin deutlich mehr Aufmerksamkeit als ein Vortrag, dem man zuhört. Diese Aufmerksamkeit ist der eigentliche Wert und schlägt sich im Preis nieder.
Wenn Übungen aufgezeichnet und anschließend gemeinsam angesehen werden, kommt Vorbereitungs- und Nachbereitungszeit hinzu. Dafür sehen Sie, wie Ihre Begrüßung tatsächlich ankommt, und können gezielt nachjustieren. Ich bespreche solche Aufnahmen immer wertschätzend und konkret: was bereits gut wirkt, was Sie ändern können und wie. Fragen Sie bei jedem Angebot, wie das Feedback gegeben wird und wie ausführlich es ausfällt.
- Kommentar zu jeder Übung statt allgemeiner Hinweise
- Aufnahmen ermöglichen den Blick von außen
- Mehr Betreuungszeit bedeutet höhere Kosten
Anlass, Branche und Vorbereitung
Auch das Ziel beeinflusst den Aufwand. Wer sich auf ein Geschäftsessen mit internationalen Gästen vorbereitet, braucht andere Inhalte als jemand, der im Alltag sicherer grüßen und ein Gespräch beginnen möchte. Je spezieller der Anlass, desto mehr Vorbereitung ist nötig: Ich kläre vorab, wer anwesend sein wird, welche Rolle Sie haben und was Sie unsicher macht.
Dieses Vorgespräch klingt nebensächlich, ist aber oft der Moment, in dem sich entscheidet, ob das Training trifft. Ein Angebot, das ohne jede Rückfrage auskommt, ist zwar günstiger zu erstellen, passt aber selten genau. Ein ehrliches Angebot nennt deshalb, was vorher geklärt wird und wie viel Zeit dafür vorgesehen ist.
Worauf Sie beim Vergleich achten
Wenn Sie mehrere Angebote nebeneinanderlegen, stellen Sie dieselben Fragen an alle: Wie viele Stunden sind es, wie viele davon Übung, wie groß ist die Gruppe, wer gibt Feedback, und was ist im Preis enthalten? Ein niedriger Preis ist kein Nachteil, wenn die Antworten stimmen. Ein hoher Preis ist kein Beleg für Qualität, wenn die Antworten vage bleiben.
Seien Sie zudem skeptisch bei Versprechen, die über das Machbare hinausgehen. Umgangsformen lassen sich verbessern, aber nicht in einer Sitzung vollständig verändern. Ein seriöses Training benennt realistische Ziele und lässt Ihnen Zeit, das Gelernte zu festigen. Rechnen Sie am Ende nicht nur die Kosten, sondern auch, wie sicher Sie sich nach dem Training in Ihrer Situation fühlen möchten.
- Stunden insgesamt und Übungsanteil erfragen
- Gruppengröße und Form des Feedbacks klären
- Im Preis Enthaltenes schriftlich festhalten
Der Preis eines Etikette-Trainings ergibt sich aus Dauer, Gruppengröße, Feedback und Vorbereitung. Wer diese Bausteine kennt, kann Angebote sachlich vergleichen und das wählen, was zur eigenen Situation passt. Sprechen Sie mich gern an, wenn Sie Ihren Anlass schildern möchten: Ich nenne Ihnen offen, was dafür sinnvoll ist.


