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Kurs-Einblick

Begrüßung und Gesprächseinstieg: was wir im Modul Etikette üben

Ein Blick in die zweite Hälfte des Moduls Erster Eindruck und Etikette: Wie Sie Gespräche eröffnen, sich verabschieden und bei gesellschaftlichen Anlässen ruhig auftreten.

Katharina Brandt

5 Minuten Lesezeit

Begrüßung und Gesprächseinstieg: was wir im Modul Etikette üben

Warum der Einstieg mehr Gewicht hat als der Rest

In den Sitzungen des Moduls Erster Eindruck und Etikette zeigt sich immer wieder dasselbe: Die ersten dreißig Sekunden eines Gesprächs verunsichern mehr als der eigentliche Inhalt. Wer den Einstieg gefunden hat, spricht danach meist freier. Deshalb üben wir den Beginn in dieser Kurswoche besonders ausführlich und in kleinen Gruppen.

Dabei geht es nicht um auswendig gelernte Floskeln. Sie probieren verschiedene Eröffnungen aus und achten darauf, welche zu Ihnen passt. Manche Teilnehmende beginnen lieber mit einer ruhigen Frage, andere mit einer kurzen Bemerkung zum Anlass. Beides ist möglich, solange es freundlich und aufmerksam wirkt.

Wir beobachten außerdem, wie sich Tempo und Stimme in den ersten Sätzen verändern. Wer hastig begrüßt, signalisiert Anspannung, auch wenn der Satz selbst vollkommen höflich ist. Ein kurzer Atemzug vor dem ersten Wort hilft erstaunlich zuverlässig und lässt sich in jeder Situation unauffällig einsetzen.

  • Atemzug vor dem ersten Satz
  • Blickkontakt vor dem Handschlag
  • Namen deutlich aussprechen und wiederholen

Begrüßung im beruflichen Umfeld

Handschlag, Anrede, Vorstellung: Im beruflichen Alltag gibt es dafür wenige, aber klare Gepflogenheiten. Wir besprechen, wer wen zuerst begrüßt, wie Sie sich selbst vorstellen und wie Sie eine dritte Person einbeziehen, ohne dass es steif klingt. Diese Regeln sind kein Selbstzweck, sie nehmen Unsicherheit aus der Situation.

Im Kurs üben Sie die Begrüßung in kurzen Rollenspielen. Eine Person tritt hinzu, eine andere stellt vor, eine dritte reagiert. Anschließend gibt Marlene Voss oder ich persönliches Feedback, auf Wunsch ergänzt durch eine kurze Videoaufnahme, die Sie danach in Ruhe ansehen.

Häufig stellt sich heraus, dass kleine Details den Unterschied machen: die Entfernung zum Gegenüber, der Moment, in dem die Hand ausgestreckt wird, oder der Satz, mit dem man sich aus einem Gespräch verabschiedet. Wir üben diese Momente einzeln, bis sie selbstverständlich werden.

Small Talk, der nicht erzwungen wirkt

Viele Berufstätige fürchten nicht die Präsentation, sondern die Minuten davor und danach: das Stehen mit einem Glas in der Hand, die Frage, worüber man spricht. Wir behandeln Small Talk als Handwerk mit überschaubaren Bausteinen. Dazu gehören eine offene Einstiegsfrage, aufmerksames Zuhören und eine Anschlussfrage, die auf das Gesagte eingeht.

Sie lernen auch, ein Gespräch freundlich zu beenden. Das ist oft schwieriger als der Anfang. Ein Satz wie der Hinweis, dass Sie noch jemanden begrüßen möchten, genügt in der Regel und wird als höflich empfunden.

In den Übungen wechseln die Gesprächspartner nach wenigen Minuten. So erleben Sie mehrere Anfänge hintereinander und merken, dass die Anspannung mit jeder Runde abnimmt. Die Gruppe ist klein genug, dass jede Person ausreichend zu Wort kommt.

  • Offene Frage statt Ja-Nein-Frage
  • Zuhören und gezielt nachfragen
  • Gespräch mit einem klaren Satz beenden

Umgangsformen bei gesellschaftlichen Anlässen

Empfänge, Firmenfeiern und Einladungen folgen eigenen Gewohnheiten. Wir sprechen darüber, wie Sie sich bei einem Stehempfang bewegen, wie Sie mit Visitenkarten umgehen und worauf bei Tisch zu achten ist. Alles bleibt alltagstauglich und orientiert sich an den Situationen, die Teilnehmende tatsächlich schildern.

Besonders gefragt ist der Umgang mit unklaren Momenten: Was tun, wenn Sie einen Namen vergessen haben? Wie reagieren Sie, wenn ein Gespräch ins Stocken gerät? Wir sammeln dazu in der Gruppe Formulierungen, die ehrlich und gelassen klingen, ohne Ausflüchte.

Marlene Voss legt Wert darauf, dass Etikette als Rücksicht auf andere verstanden wird. Wer sich daran orientiert, wirkt von selbst aufmerksam und respektvoll, und das spüren Gesprächspartner deutlich stärker als jede perfekt ausgeführte Regel.

Feedback, das Sie weiterbringt

Am Ende jeder Übung steht eine kurze, sachliche Rückmeldung. Wir benennen zuerst, was bereits gut gelingt, und danach ein oder zwei Punkte, an denen Sie bis zur nächsten Sitzung arbeiten können. Das hält die Rückmeldung überschaubar und umsetzbar.

Viele Teilnehmende sind überrascht, wie wohlwollend sie sich selbst auf dem Video erleben, wenn sie es erst einmal gesehen haben. Der innere Kritiker ist meist strenger als jede Beobachtung von außen. Dieser Perspektivwechsel gehört für mich zu den wertvollsten Erfahrungen des Moduls.

Zwischen den Live-Sitzungen erhalten Sie kleine Übungsaufgaben für den Alltag, etwa eine bewusste Begrüßung im Büro oder ein kurzes Gespräch mit einer unbekannten Person. Beim nächsten Treffen sprechen wir darüber, was funktioniert hat und was sich noch ungewohnt anfühlt.

  • Erst Gelungenes, dann ein bis zwei Hinweise
  • Videoaufnahme nur mit Ihrer Zustimmung
  • Kleine Alltagsaufgaben zwischen den Sitzungen

Für wen dieser Teil des Moduls geeignet ist

Das Modul richtet sich an Berufstätige und Führungskräfte, die in neuen Runden sicherer auftreten möchten, etwa bei Kundenterminen, Empfängen oder im Gespräch mit unbekannten Kolleginnen und Kollegen. Besondere Vorkenntnisse brauchen Sie nicht, Neugier und Bereitschaft zum Üben genügen.

Realistisch ist, dass Sie nach den Sitzungen mehr Ruhe im Gesprächseinstieg haben und über Formulierungen verfügen, auf die Sie zurückgreifen können. Ein Ergebnis garantieren können wir nicht, denn Sicherheit wächst mit der Wiederholung im Alltag.

Wenn Sie wissen möchten, ob das Modul zu Ihrer Situation passt, schreiben Sie uns über das Kontaktformular. Wir besprechen gern vorab, welche Anlässe Ihnen wichtig sind und wie sich die Übungen darauf ausrichten lassen.

Ein ruhiger erster Eindruck entsteht selten zufällig, aber er ist erlernbar. Wer Begrüßung, Gesprächseinstieg und Abschied bewusst geübt hat, geht mit weniger Anspannung in Begegnungen und kann sich auf das Gegenüber konzentrieren. Genau darauf zielt das Modul Erster Eindruck und Etikette: auf Gelassenheit, Aufmerksamkeit und Umgangsformen, die zu Ihnen passen.

Weitere Beiträge

Zur Person

Katharina Brandt

Dozentin für Redekunst

Katharina begleitet seit vielen Jahren Teilnehmende beim Aufbau und Vortrag von Reden. Sie arbeitet mit klaren, praxisnahen Übungen.