Wofür Sie sich eigentlich entscheiden
Das Modul Selbstpräsentation mit Sicherheit hat ein klares Ziel: Sie formulieren Ihre Kernbotschaft und stellen sich in Gesprächen klar und gelassen vor. Es geht nicht darum, eine andere Person zu werden oder eine auswendig gelernte Rolle zu spielen. Wer den Kurs besucht, arbeitet an dem, was bereits vorhanden ist, und lernt, es in wenigen Sätzen verständlich zu sagen.
Ich bin Stimm- und Sprechtrainer und sehe in den Sitzungen oft, wie viel Material die Teilnehmenden schon mitbringen. Häufig fehlt nur die Ordnung: Was ist das Wichtigste, womit beginne ich, wo höre ich auf? Diese Checkliste soll Ihnen helfen, vor der Anmeldung selbst zu prüfen, ob genau das Ihre Baustelle ist oder ob ein anderes Modul besser passt.
Frage 1: Fällt Ihnen die Vorstellung schwer?
Beginnen Sie mit einer einfachen Übung: Stellen Sie sich laut vor, so als säßen Sie einer Person gegenüber, die Sie nicht kennt. Nehmen Sie sich dafür eine Minute. Merken Sie, dass Sie Ihre Tätigkeit aufzählen, statt zu sagen, was Sie ausmacht? Rutschen Sie in Entschuldigungen wie „ich mache eigentlich nur“? Dann ist die Kernbotschaft vermutlich noch nicht geschärft.
Hören Sie sich dabei ruhig auf einer Aufnahme an. Viele sind überrascht, wie unscharf der eigene Einstieg klingt und wie schnell sich ein Gedanke im nächsten verliert. Genau hier setzt das Modul an, denn Sie üben in der Gruppe, Ihre Vorstellung zu kürzen, zu ordnen und mit eigenen Worten zu sagen, bis sie sich stimmig anfühlt.
- Ich zähle eher Stationen auf, als einen Gedanken zu sagen
- Ich beginne mit Entschuldigungen oder Einschränkungen
- Ich wüsste nicht, was man sich von mir merken soll
Frage 2: In welchen Situationen brauchen Sie es?
Überlegen Sie konkret, wo Sie sich in den nächsten Monaten vorstellen müssen: in einem Bewerbungsgespräch, bei einem Branchentreffen, in einer neuen Abteilung, vor einem Gremium oder im Gespräch mit Kundinnen und Kunden. Je klarer das Bild, desto gezielter können Sie die Übungen nutzen. Wir arbeiten mit Situationen, die Teilnehmende selbst mitbringen.
Wenn Sie keinen konkreten Anlass nennen können, ist das kein Ausschlusskriterium. Manche kommen, weil sie merken, dass sie in Gesprächen vorsichtiger auftreten, als sie sich fühlen. Dann hilft es, zunächst ein bis zwei Alltagssituationen zu wählen, in denen Sie sich ruhiger zeigen möchten, etwa das erste Gespräch im Aufzug oder die Vorstellungsrunde in Besprechungen.
Frage 3: Was bringen Sie an Vorbereitung mit?
Der Kurs verlangt keine Vorkenntnisse. Hilfreich ist aber die Bereitschaft, laut zu sprechen, sich aufnehmen zu lassen und Rückmeldung anzunehmen. Die Sitzungen leben von praktischen Übungen und persönlichem Feedback. Wer lieber nur zuhört und mitschreibt, wird den größten Teil des Nutzens verpassen.
Bringen Sie, wenn möglich, zwei oder drei Sätze mit, mit denen Sie sich bisher vorgestellt haben, sowie ein Beispiel für ein Gespräch, das Ihnen nicht gelungen schien. Daraus entsteht schneller etwas Brauchbares als aus allgemeinen Wünschen. Nervosität ist dabei ausdrücklich erlaubt; sie ist für viele der Grund, überhaupt zu kommen, und wird in der Gruppe ruhig und respektvoll behandelt.
- Bereitschaft, laut zu üben und Feedback zu hören
- Zwei bis drei bisherige Vorstellungssätze
- Ein Gespräch, das Sie anders führen möchten
Frage 4: Welche Erwartungen sind realistisch?
Seien Sie ehrlich zu sich: Ein Modul macht aus niemandem über Nacht einen Redner. Realistisch ist, dass Sie danach eine Kernbotschaft haben, die Sie in zwei, drei Sätzen sagen können, und dass Sie spürbar weniger ins Stocken geraten. Wie schnell sich das festigt, hängt davon ab, wie oft Sie zwischen den Sitzungen üben.
Ich rate Teilnehmenden, sich ein kleines, überprüfbares Ziel zu setzen, zum Beispiel: „Ich stelle mich beim nächsten Termin in einer halben Minute vor, ohne mich zu entschuldigen.“ Ein solches Ziel lässt sich in den Übungen vorbereiten und danach im Alltag einlösen. Wer dagegen vollkommene Gelassenheit in jeder Lage erwartet, wird enttäuscht sein, und das wäre unfair gegenüber dem eigenen Fortschritt.
Frage 5: Passt ein anderes Modul besser?
Manchmal liegt das Problem nicht in der Vorstellung, sondern woanders. Wenn Ihnen die Worte da sind, die Stimme aber wegbricht, ist die Arbeit an Atmung und Diktion der bessere Weg. Wenn der Einstieg ins Gespräch hakt, lohnt ein Blick auf Begrüßung und Umgangsformen. Und wenn es vor allem Fragen aus dem Publikum sind, die Sie aus dem Konzept bringen, gibt es dafür ein eigenes Modul.
Sie können das auch mit uns vorab besprechen. Eine kurze Nachricht über die Kontaktseite genügt, und wir sagen Ihnen offen, welches Modul zu Ihrer Situation passt. Es ist uns lieber, Sie entscheiden sich bewusst für das richtige, als dass Sie sich in eines einschreiben, das Ihre eigentliche Frage nicht trifft.
- Stimme versagt: Stimme und Diktion
- Einstieg ins Gespräch: Erster Eindruck und Etikette
- Fragen aus dem Publikum: Umgang mit Fragen und Nervosität
Wenn Sie beim Durchgehen mehrfach genickt haben, ist das Modul vermutlich ein guter Schritt. Wenn Sie eher gezweifelt haben, ist das kein schlechtes Zeichen, sondern ein Hinweis, genauer hinzusehen. Nehmen Sie sich einen ruhigen Abend, sprechen Sie Ihre Vorstellung einmal laut aus und entscheiden Sie danach. Bei Unsicherheit beraten wir Sie gern persönlich, ohne Druck und ohne Eile.



